
Am 17. April eröffnete Schloss Colditz seine alten Toren für das neue Publikum, ob Erwachsene wie auch Jugendliche und Kinder, die eigene Geschichte für sich neu entdecken können.
Das Renaissance-Schloss, ersterwähnt im Jahre 1046, eine Schenkung des Kaisers Heinrich III. an seine Gemahlin…

Diese mächtige Mauern erinnern sich an Kaiser Friedrich Barbarossa, Hussiten, einen großen Stadtbrand von 1504, später umgebaut und neu ausstattet.
Hier malte der berühmte kursächsische Hofmaler Lucas Cranach der Ältere einen Altar.

Heute bietet der Schloss einen emotionalen Rundgang mit iPad, womit in jedem Raum des Schlosses werden die Szenen des OfLag IV C rekonstruiert, die erzählen über die Zeiten des Nazionalsozialismus.– Da wurden die kriegsgefangenen alliierten Offiziere als Insassen gesperrt.








Mit der modern technischen Hilfe des HistoPad erleben heute die interessierten Besucher die Lebensbedingungen der Insassen. 3D-Animationen beleben für uns den spektakulärsten Fluchtversuch durch selbstgebastelten Segelflieger ( und das ganze gab es wirklich in streng bewachtem Schloss!)
Und jede Ecke des Schlosses verbirgt authentische und geheimnisvolle Strapazen der Zeit!
Erst ein prächtiges Jagdschloss von Friedrich dem Weisen (um 1520), aus deren Zeiten erinnern aufwändig bemalten Kassettendecken und schön rekonstruierte Kapelle, später Irrenanstalt (NS-Zeit, mit unmenschlichen Euthanasie- Methoden), Krigsgefangenlager für hochrangige Offiziere der Westalliierten, in der DDR- Zeit ein Krankenhaus (an diese Zeit erinnern Fotos und Zeitzeugenberichte).
Das heutige Museum verleiht den besonderen Lost-Place-Charakter des Schlosses.
Nach der Schließung des Colditzer Krankenhauses suchte man nach neuen Nutzungsmöglichkeiten der leer stehenden Gebäudeteile. Man entschied sich, den Renaissancebau im 1. Hof zu einer Jugendherberge umzugestalten. Es war ein hoher baulicher Aufwand, den heute erforderlichen Bedingungen gerecht zu werden. 2007 wurde sie als Europa-Jugendherberge (mit 40 Zimmern,130 Betten) eingeweiht.
Kurz darauf entschied sich die sächsische Landesregierung dafür, auch die benötigte Landesmusikakademie im Schloss Colditz zu etablieren. Der an die EJH angrenzende Marstall wurde dementsprechend umgebaut. Damit ist kulturelles Leben gehobenen Niveaus in Schloss und Stadt eingezogen. Es sind vor allem junge Leute, nicht nur aus Deutschland, die während ihrer Ausbildungen mit öffentlichen Auftritten ihr Können unter Beweis stellen und das Kulturleben bereichern.
Musikakademie direkt in historischen Kulissen, mit schönem Terrassenblick auf Zwickauer Mulde mit malerischen Landschaften und populären Radwegen.
31.05.2024

























verachtung zur Vernichtung



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